Eine "Mädchen"-Dreisamkeit von Jelena Ivanovic, Sabina Stücker und Hana Zanin in ihrem gemeinsamen Stück LOMO habe vor einigen Jahren im Katakomben-Theater fotografiert. Jelena und Sabina waren gerade dabei, ihre Idee für ihr Festival "638 Kilo Tanz und andere Delikatessen" zu entwickeln. Aus der Idee ist ein kleines, feines, innovatives und von zäher Durchhalte-Kraft getragenes international besetztes Festival geworden, das alljährlich im November an mehreren Orten in Essen (in Rüttenscheid und im Grillo-Theater) zu sehen ist.
Die Zahl der "Follower" auf Facebook und face-to-face wächst beständig und erfreulich.
kruessmannpics
Holger Krüssmann (Journalist, Deutschland, NRW) www.holgerkruessmann.de
Freitag, 27. Januar 2012
Sonntag, 22. Januar 2012
Zwei Stücke von Mark Sieczkarek für das Folkwang Tanz Studio
Zwei sehr unterschiedliche Stücke des von mir sehr geschätzten schottischen Choreografen Mark Sieczkarek gab es beim Folkwang Tanzstudio in der Neuen Aula der Folkwang Hochschule zu sehen.
Zunächst „Drops of Rain in Perfect Days of June“, ein Requiem, enststanden als Abschiedsgruß an den brasilianischen Schriftsteller Caique Ferreira, der bis zu seinem Tod 1994 der Marks Lebenspartner war.
Die Uraufführung von „Drops of Rain in Perfect Days of June“ fand 1995 im Rahmen des Holland Dance Festivals in Den Haag statt. 1996 studierte Sieczkarek das Stück schon einmal mit dem Folkwang Tanzstudio ein und war anschließend mit der Kompanie auf Tournee im In- und Ausland unterwegs.
Ich hatte die Möglichkeit, mit der Kamera auf der Generalprobe dabei zu sein, doch war aufgrund meiner Position (erste Reihe ganz links) und des spärlichen Lichts die Ausbeute des ersten Stückes recht bescheiden, weshalb ich hier zunächst den Flyer und nur drei Bilder des Stückes poste. Eine Hommage voller Poesie, die nicht nur mich sehr berührt hat, als ich sie dann zur Premiere nochmals in Ruhe "richtig" (ohne Konzentration auf die Maschine) und dazu aus der Zentralperspektive (ganz wichtig!!) anschauen konnte.
"July", das hier aktuell am 20. Januar uraufgeführt wurde, war nach der Pause der Kontrapunkt, den Sieczkarek als Gegengewicht zum ersten Teil des Abends gesehen und platziert hatte:
Ein unbeschwertes Stück für 13 TänzerInnen, das Sieczkarek für das FTS erarbeitet hat. Energiegeladen bunt kommt es daher als teils etwas musical-hafte (kein Negativum an dieser Stelle!) Liebeserklärung an Kunst und Musik aus der Sahelzone: Sieczkarek unterlegte das Ganze mit einer Collage aus Stücken der Tuareg-Band Tinariwen
Im Januar Februar (s. Flyer) gibt es in der Folkwang-Aula weitere Termine für diesen schönen berührenden Tanzabend.
Sieczkarek, der mehrere Jahre als Mitglied der Truppe von Pina Bausch tanzte und in Wuppertal lebt, ist mit der Folkwang Universität der Künste seit langem verbunden.
Die neue Produktion ist bereits seine zehnte Arbeit mit dem Folkwang Tanzstudio/FTS und Studierenden der Hochschule.
Zunächst „Drops of Rain in Perfect Days of June“, ein Requiem, enststanden als Abschiedsgruß an den brasilianischen Schriftsteller Caique Ferreira, der bis zu seinem Tod 1994 der Marks Lebenspartner war.
Die Uraufführung von „Drops of Rain in Perfect Days of June“ fand 1995 im Rahmen des Holland Dance Festivals in Den Haag statt. 1996 studierte Sieczkarek das Stück schon einmal mit dem Folkwang Tanzstudio ein und war anschließend mit der Kompanie auf Tournee im In- und Ausland unterwegs.
Ich hatte die Möglichkeit, mit der Kamera auf der Generalprobe dabei zu sein, doch war aufgrund meiner Position (erste Reihe ganz links) und des spärlichen Lichts die Ausbeute des ersten Stückes recht bescheiden, weshalb ich hier zunächst den Flyer und nur drei Bilder des Stückes poste. Eine Hommage voller Poesie, die nicht nur mich sehr berührt hat, als ich sie dann zur Premiere nochmals in Ruhe "richtig" (ohne Konzentration auf die Maschine) und dazu aus der Zentralperspektive (ganz wichtig!!) anschauen konnte.
"July", das hier aktuell am 20. Januar uraufgeführt wurde, war nach der Pause der Kontrapunkt, den Sieczkarek als Gegengewicht zum ersten Teil des Abends gesehen und platziert hatte:
Ein unbeschwertes Stück für 13 TänzerInnen, das Sieczkarek für das FTS erarbeitet hat. Energiegeladen bunt kommt es daher als teils etwas musical-hafte (kein Negativum an dieser Stelle!) Liebeserklärung an Kunst und Musik aus der Sahelzone: Sieczkarek unterlegte das Ganze mit einer Collage aus Stücken der Tuareg-Band Tinariwen
Im Januar Februar (s. Flyer) gibt es in der Folkwang-Aula weitere Termine für diesen schönen berührenden Tanzabend.
Sieczkarek, der mehrere Jahre als Mitglied der Truppe von Pina Bausch tanzte und in Wuppertal lebt, ist mit der Folkwang Universität der Künste seit langem verbunden.
Die neue Produktion ist bereits seine zehnte Arbeit mit dem Folkwang Tanzstudio/FTS und Studierenden der Hochschule.
Freitag, 20. Januar 2012
Mit Al Jawala in Köln unter die Ehrenfelder Gleise geraten...
Galoppierende Polka-Percussion, rasende Saxofone, hüpfende, schwitzende, begeisterte Menschen im Club Bahnhof Ehrenfeld/CBE in Kölle, ein Wiedersehn mit einem alten Kumpel nach 30 (!) Jahren, Kennenlernen von netten intelligenten jungen Musikern und Clubbetreibern, Kölsch und eine Pizza Calzone um drei Uhr früh ...
Das war mein pralles Menu am 20 Jänner 2012 im Ehrenfelder Bahnhof. Schürbelige Rundbögen unter den Bahngleisen sind in ihrer Ankratztheit belassen, aber (sound-)technisch ist alles liebevoll und kundig fitgemacht. Es geht ein Hauch von Cavern-Club, aber alles ist crosscultural und so erfreulich heutig von der Bertreiber Crew auf die Schiene gesetzt. Programm und Lage (200 m von der Autobahn Ehrenfeld und direkt unter der S-Bahn) lohnen den Weg auch aus dem Ruhrgebiet oder vom Niederrhein.
Es passte einfach alles und macht einmal mehr neidisch darauf, dass in Kölle die tollen Locations über die Jahrzehnte immer wieder nachwachsen und sich Leute wie Francis Gay vom Funkhaus-Europa/WDR mit Aufzeichnungen das Händchen drüberhalten und solche Live-Clubcultur am Kochen halten.
Ergebnisse sind dann solche Gigs wie gestern der von Al Jawala, dieser wunderbaren ehemaligen Straßenmusiker-Truppe aus Freiburg.
Bestehend aus Steffi Schimmer (Altsaxophon), Krischan Lukanow (Tenorsaxophon), Markus Schumacher (Schlagzeug, Percussion, Keys), Daniel Verdier (Bass) und Daniel Pellegrini (Schlagzeug, Didgeridoo, Keys) lassen "Die Reisenden" (übersetzt) es krachen.
Dass das Ganze nicht mit Krach verbunden ist, verdankt die Welt (bis nach Jordanien und nach China) dem Reglerschieben und Knöpfedrehen meines old buddy Peter Kortmann-Michaud, einst Gitarrist und Kompositeur bei Odyssee. Die Betagteren werden sich noch an die Combo erinnern, die einst noch filigraner, komplexer als Gentle Giant und Jethro Tull sein wollte und deshalb um Haaresbreite am Weltruhm vorbeigeschrammt ist. Wir haben uns alles gesagt, was sich alte Säcke so sagen, wenn sie sich drei Ewigkeiten nicht gesehen haben. Um fünf war ich zu Hause. Noch Fragen?
Das war mein pralles Menu am 20 Jänner 2012 im Ehrenfelder Bahnhof. Schürbelige Rundbögen unter den Bahngleisen sind in ihrer Ankratztheit belassen, aber (sound-)technisch ist alles liebevoll und kundig fitgemacht. Es geht ein Hauch von Cavern-Club, aber alles ist crosscultural und so erfreulich heutig von der Bertreiber Crew auf die Schiene gesetzt. Programm und Lage (200 m von der Autobahn Ehrenfeld und direkt unter der S-Bahn) lohnen den Weg auch aus dem Ruhrgebiet oder vom Niederrhein.
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| Wenn der Zug drüberfährt, klingen schon mal die Flaschen im Gewölbe. Oder war's die Polka? |
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| Steffie Schimmer |
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| Das Doppelgebläse mit Krischan Lukanov |
Ergebnisse sind dann solche Gigs wie gestern der von Al Jawala, dieser wunderbaren ehemaligen Straßenmusiker-Truppe aus Freiburg.
Bestehend aus Steffi Schimmer (Altsaxophon), Krischan Lukanow (Tenorsaxophon), Markus Schumacher (Schlagzeug, Percussion, Keys), Daniel Verdier (Bass) und Daniel Pellegrini (Schlagzeug, Didgeridoo, Keys) lassen "Die Reisenden" (übersetzt) es krachen.
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| Daniel Verdier mit Hut und Bass |
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| Da isser - der Pidder! Gaanich verändert! :-> |
Sonntag, 22. Mai 2011
Eingeladen zur Klangpromenade 2011 (Kulturpfadfest Essen)
Das Kulturpfadfest 2011 hält für sein flanierfreudiges Publikum auf der „Klangpromenade“ beinahe 80 Programmpunkte bereit: Von Führungen über Lesung, Konzert bis Tanzperfomance.
Lokale „Schätze“ wie die Chöre von Erlöser- und Domkirche, VHS-Aktive, Meisterschüler der Folkwang Universität der Künste, Newcomer und internationale Stars sind an der Essener Sommer-Promenade der „kleinen Kostbarkeiten“ beteiligt. Hier finden Sie Highlights aus dem Programm:
Für Jan-Thorn Prikkers intimen Kirchenraum der alt-katholischen Friedenskirche hat das Duo eine dreistündige, als Loop angelegte Klang-Collage aus Kompositionen von Bach, John Cage, George Crumb und Stefan Heucke erarbeitet. Entgegen den Ritualen des Klassikbetriebs stehen die Türen jederzeit offen. Ein stetes Kommen, Bleiben, Gehen – ganz im Sinne der Klangpromenade – ist beabsichtigt. Ein Höhepunkt in der zehnjährigen Reihe der Kulturpfadfeste, die sich der Innovation ebenso verschrieben haben wie technischer Brillanz und purer Spielfreude.
Ihr Selbstverständnis passt nur zu gut in das Pfad-Konzept: „Das Repertoire wächst beharrlich wie auch die Gemeinde der Freunde akustischer Kunst. Das aparte Erlebnis, musikalische Tiefe ohne Verstärker, Pixel, Pomp und Videoclips zu erreichen, gedeiht besonders in guter akustischer Umgebung: Daher auch der Hang der Talking Horns, wohlklingende Räume aufzuspüren. Und manches Museum, Industriegebäude oder Burggemäuer wird so zum Konzertsaal.“
Weniger ein synagogal-getragenes, sondern vielmehr ein lebensfroh-energiegeladenes Konzert verspricht Avitall in der Alten Synagoge mit hochrangigen Begleitern, nämlich mit Christian Lohr am Flügel und Christian Diener am Bass, denen sich noch ein Perkussionist anschließen wird. Lohr ist Kennern auch als Produzent für Gianna Nannini, Helmut Hattler und Udo Jürgens bekannt; Christian Diener steht für einen meisterlich-cellohaften Bass-Stil in Zusammenarbeit mit Größen wie Billy Cobham, Wolfgang Haffner, Diane Schuur, Pee Wee Ellis, Albert Mangelsdorff, Klaus Doldinger und vielen anderen.
Nach dem Abitur studierte sie an einer Jeschiwa in Jerusalem. Es folgte eine Ausbildung an der Hochschule der Künste in Berlin mit dem Hauptfach Gesang. Im Dezember 2001 hat sie ihre Ausbildung zur Kantorin in New York abgeschlossen. Avitall gab Konzerte in Deutschland, England, Italien und USA (NYC, LA, Pittsburgh).
„Ich möchte“, so Ballettdirektor Ben Van Cauwenbergh, „Compagnie-Mitgliedern nicht nur die Möglichkeit bieten, sich weiterzubilden, sondern vor allem herauszufinden, ob sie nach der Tanzlaufbahn weiterhin als Choreograph im tänzerischen Bereich tätig sein können und ihnen damit eine Perspektive geben. Ich freue mich sehr, dass wir die 2010 begonnene ‚Reihe’ nun spartenübergreifend in Kooperation mit dem Schauspiel Essen im Grillo fortsetzen können. Die kleinere Bühne ist ideal für die eher kammerspielartig angelegten Kreationen.“ Auf dem Programm stehen Stücke von Deniz Cakir, Jessica De Fanti-Teoli, Eva Dewache, Armen Hakobyan, Simon Schilgen, Oleksandre Shyryayev, Denis Untila und Michelle Yamamoto. Es tanzen die Solisten und das Corps de ballet des Aalto Ballett Theaters Essen.
Mathias Schamp ist als Aktions- und Performancekünstler international durch seine hintersinnigen Interventionen im öffentlichen Raum bekannt. Nonsens-Demos wie „Wir sind das Bild“ stellen den Kunstbetrieb und politische Rituale ebenso in Frage wie unsere Wahrnehmungsgewohnheiten. Dabei entstehen Projekte wie der „Mythos-Grill“, eine imaginäre Pommesbude in Zusammenarbeit mit dem Senatsausschuss für Kunst und Kultur der Westfälischen Wilhelms Universität, der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen sowie dem archäologischen Museum Münster.
Der Essener Kunstszene ist Schamp seit seinem Stipendium im „Kunstkäfig“ der Sutter-Gruppe und Aktionen im Kunsthaus vertraut. Er war „Artist in Residence“ in Essens Partnerstadt Sunderland (GB) und im Künstlerdorf Schöppingen. An der Bauhaus-Universität Weimar lehrte er im Fach „Kunst im öffentlichen Raum und Neue künstlerische Strategien“ und an der TU Berlin im Institut für Architektur/Fachgebiet Bildende Kunst.
Dialog von Orgel und Gitarre – Rafael Cortés und Stephan Peller
Der in Essen beheimatete weltbekannte Flamencovirtuose Rafael Cortés trifft sich in der Erlöserkirche mit Kantor Stephan Peller zu einem sommerlichen Dialog von Kirchenorgel und akustischer Gitarre in dem von Hugo Kükelhaus gestalteten Kirchenraum an der Friedrichstraße. Orgeln, zumal in der tragbaren Form der Sackpfeifen /bagpipes, Dudelsäcke) und Lauten hatten im Mittelalter viele Berührungspunkte und eine gemeinsame Geschichte, die − heute überraschend − weniger im kirchlich-sakralen, sondern viel mehr weltlich im höfischen und sogar im musikantischen Bereich lag. Cortés und Peller spüren dieser Geschichte nach und schlagen Brücken zum Heute − bis hin zum Dialog von Gitarre und Bandoneon im Tango Nuevo von Astor Piazzola.
Mädchenchor am Essener Dom und der Choralschola der Essener Domsingknaben
Unter Leitung von Prof. Raimund Wippermann, im Hauptberuf Rektor der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule für Musik, und dem Domkapellmeister Georg Sump sorgen drei Chöre am Essener Dom für guten Klang in Liturgie und Konzert: der Essener Domchor, die Essener Domsingknaben und der Mädchenchor am Essener Dom. Im Wechsel übernehmen sie die musikalische Gestaltung der Kapitelgottesdienste, bilden den Rahmen bei Andachten und Meditationen. Auf die älteste Tradition blicken die Singeknabe zurück. Gemeinsam mit den Stiftskanonikern übernahmen bereits im Mittelalter Sängerknaben den liturgischen Gesang in den Gottesdiensten der Stiftskirche. Die Knaben wurden in der Stiftsschule für ihren Dienst in der „Schola Cantorum“ ausgebildet. Schon der Essener „Liber Ordinarius“ aus dem 14. Jahrhundert beschreibt die liturgischen Feiern, an denen die Scholaren beteiligt waren.
„The Living Lied“ − Das Ensemble Ballhaus
„Musik aus einer imaginären Kaschemme“ singen Verena Guido und Adrian Ils − vor allem eigene Lieder, aber auch eigene, teils deutsche Bearbeitungen von Songs der jiddischen, sephardischen und der Sinti-und-Roma-Tradition. Ebenso zu hören sind eigenwillige Interpretationen von Arbeiterliedern, von Schubert-Liedern und von Liedern internationaler Künstler – Leonard Cohen, Lhasa und Bob Dylan.
Als Multiinstrumentalisten bewegen sich alle Bandmitglieder musikalisch-stilistisch im weiten Feld der Weltmusik, des Jazz und des Chanson. Als erfahrene Theatermusiker mit Praxis am Schauspiel Köln, Düsseldorf und Bonn, am Kölner Bauturm-Theater u.a. sind ihre Sinne außerdem geschärft für Bühnenpräsenz und erzählerische Spannungsbögen, was ihrem Liedvortrag zusätzliche Dynamik verleiht. Auftritte 2010/11 waren u.a. bei der Mai-Kundgebung des DGB am Heumarkt, bei der WDR-Live-Hörspielinszenierung „Marlov und die Leiche“ im Sendesaal des WDR, bei der Verleihung des Kölner Theaterpreises im Mediapark, bei der Ausstellungseröffnung „Hoppla, wir leben noch - Karl Arnold“ im Käthe-Kollwitz-Museum.
Verena Guido - Gesang, Akkordeon, Geige, Gitarre; Adrian Ils - Gesang, Akkordeon, Gitarre, Mandoline; Martin Kübert - Piano, Bratsche; Bernd Keul - Bass.
Zustände, Gefühle, persönlicher Ausdruck werden herauskristallisiert und wie ein Puzzle zusammengefügt und wieder auseinander genommen. Dabei spielt Musik eine wesentliche Rolle. Sind wir Zuschauer oder Voyeur? Die Grenzen zwischen privater und öffentlicher Sphäre vermischen sich.
Ein Stück über Frauen, ihre intime versteckte Welt…ihre Verbindung mit der Gesellschaft…was sie absichtlich erahnen lassen…was sie zeigen wollen…was sie zeigen müssen…was sie verstecken müssen und was man kaum erahnen kann.
Annelise Soglio – Konzept, Tanz, Choreographie
Elvira Salomone, Elena Kofina, Francesco Pedone – Tanz, Choreographie
Fernanda Ortiz Losada – KUNSTAKT/ON 9, Konzept und Performance
Mattthias Hettmer – Klangdesign
Schütz besuchte die Otto-Falckenberg-Schule für Schauspiel in München. Engagements führten ihn an das Staatstheater Stuttgart, das Grillo Theater Essen, sowie das Schauspiel Leipzig. Neben seiner Theaterarbeit wirkte Michael Schütz im Film „Das weiße Rauschen“ sowie in vielen Fernseh-Produktionen mit. 2006 bis 2010 gehörte Michael Schütz zum Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses. Seit der Spielzeit 2010/2011 ist er in der Truppe von Anselm Weber festes Ensemblemitglied am Schauspielhaus Bochum.
Mauermann entwirft Ordnungssysteme für eine chaotische Welt und bedient sich dabei der Bildenden Kunst und ihrer Grenzbereiche zur Literatur und zur Musik. Die von ihm benutzten Medien reichen von der Zeichnung über Collage, Computergrafik, Rauminstallation bis zum Video und Performance. Diese stellt er sowohl in wissenschaftlichen Zusammenhängen, aber auch verfremdet in pseudo-rationalen Erklärungssystemen vor. 1987 erhielt er den Sonderpreis des Max-Ernst-Stipendiums , 2006 zusammen mit Frank Niehusmann den Preis „PHONURGIA NOVA“ für die Arbeit ›MASCHINEN - ein Hörspiel‹, das in diesem Zusammenhang im IRCAM/Centre Pompidou präsentiert wurde. Christoph Kammer studierte Kontrabass an der Folkwang Hochschule Essen, lebt und arbeitet im Kunsthaus Essen und veranstaltet dort seit Januar 2010 unter dem Titel „Montag Tontag“ (2010: evening sonx) eine Show mit performativem Ansatz, bei der er neben vielen Gästen auch immer mal wieder selbst auf der Bühne erscheint.
Lokale „Schätze“ wie die Chöre von Erlöser- und Domkirche, VHS-Aktive, Meisterschüler der Folkwang Universität der Künste, Newcomer und internationale Stars sind an der Essener Sommer-Promenade der „kleinen Kostbarkeiten“ beteiligt. Hier finden Sie Highlights aus dem Programm:
Duo Grau/Schumacher
Bereits mehrfach in der Kulturpfadfest-Reihe gefeiert, haben sich Andreas Grau und Götz Schumacher in den letzten Jahren als eines der international renommiertesten Klavierduos profiliert. Die „Welt“ nannte sie die „Bad Boys“ der Klassik-Szene. Die internationale Kritik überschlägt sich in Lob über die kristallklare Virtuosität und „Weltensprünge mit einer faszinierenden Souveränität und Leichtigkeit, dass man vom ersten bis zum letzten Ton gebannt bleibt.“ Für Jan-Thorn Prikkers intimen Kirchenraum der alt-katholischen Friedenskirche hat das Duo eine dreistündige, als Loop angelegte Klang-Collage aus Kompositionen von Bach, John Cage, George Crumb und Stefan Heucke erarbeitet. Entgegen den Ritualen des Klassikbetriebs stehen die Türen jederzeit offen. Ein stetes Kommen, Bleiben, Gehen – ganz im Sinne der Klangpromenade – ist beabsichtigt. Ein Höhepunkt in der zehnjährigen Reihe der Kulturpfadfeste, die sich der Innovation ebenso verschrieben haben wie technischer Brillanz und purer Spielfreude.
Talking Horns
Ebenfalls beinahe zum Stammpersonal auf dem Kulturpfad gehört ein Bläserquartett der besonderen Art, das sich nicht nur durch ein rasend schnell gespieltes Sousafon auszeichnet, sondern das sich gerade in Straßen- und Ambient-Konzerten wie auf dem Kulturpfad immer wieder neu definiert. Das begeistert nicht nur FAZ und taz, sondern auch den „Ostfriesischen Kurier“, der schrieb: „Da legte das Sousafon mit einer Schnelligkeit und einem Groove einen Rhythmusteppich unter die restlichen Instrumente, das man aus dem Staunen nicht herauskam. Man fragte sich nach dem Konzert, warum überhaupt Rhythmusgruppen mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Percussion notwendig sein müssen. Das Publikum war begeistert.“Ihr Selbstverständnis passt nur zu gut in das Pfad-Konzept: „Das Repertoire wächst beharrlich wie auch die Gemeinde der Freunde akustischer Kunst. Das aparte Erlebnis, musikalische Tiefe ohne Verstärker, Pixel, Pomp und Videoclips zu erreichen, gedeiht besonders in guter akustischer Umgebung: Daher auch der Hang der Talking Horns, wohlklingende Räume aufzuspüren. Und manches Museum, Industriegebäude oder Burggemäuer wird so zum Konzertsaal.“
Avitall Gerstetter (Alte Synagoge)
Avitall ist die erste jüdische Kantorin in Deutschland und zum Kulturpfadfest ist sie zum ersten Male in der neu gestalteten ALTEN SYNAGOGE in Essen zu Gast. Ihr unvergleichlich warmes Timbre hört man in Berlin regelmäßig in den Synagogen an der Oranienburger Straße und am Hüttenweg. Avitalls letzte CD „We will remember them“, die sie mit dem Sting-Gitarristen Dominic Miller eingespielt hat, ist den über sechs Millionen Menschen gewidmet, die in der Schoa ermordet wurden. Der Erlös kommt Projekten gegen Antisemitismus zu Gute. Weniger ein synagogal-getragenes, sondern vielmehr ein lebensfroh-energiegeladenes Konzert verspricht Avitall in der Alten Synagoge mit hochrangigen Begleitern, nämlich mit Christian Lohr am Flügel und Christian Diener am Bass, denen sich noch ein Perkussionist anschließen wird. Lohr ist Kennern auch als Produzent für Gianna Nannini, Helmut Hattler und Udo Jürgens bekannt; Christian Diener steht für einen meisterlich-cellohaften Bass-Stil in Zusammenarbeit mit Größen wie Billy Cobham, Wolfgang Haffner, Diane Schuur, Pee Wee Ellis, Albert Mangelsdorff, Klaus Doldinger und vielen anderen.
Nach dem Abitur studierte sie an einer Jeschiwa in Jerusalem. Es folgte eine Ausbildung an der Hochschule der Künste in Berlin mit dem Hauptfach Gesang. Im Dezember 2001 hat sie ihre Ausbildung zur Kantorin in New York abgeschlossen. Avitall gab Konzerte in Deutschland, England, Italien und USA (NYC, LA, Pittsburgh).
Junge Choreografen des Aalto-Ballett im Grillo-Theater
Unter dem Titel „Ptah“ (ägyptischer Gott der Schöpfung) erhalten acht junge Tänzerinnen und Tänzer des Aalto-Balletts die Gelegenheit, ihre choreographischen Fähigkeiten zu entwickeln und auf einer Theaterbühne öffentlich zu präsentieren. „Ich möchte“, so Ballettdirektor Ben Van Cauwenbergh, „Compagnie-Mitgliedern nicht nur die Möglichkeit bieten, sich weiterzubilden, sondern vor allem herauszufinden, ob sie nach der Tanzlaufbahn weiterhin als Choreograph im tänzerischen Bereich tätig sein können und ihnen damit eine Perspektive geben. Ich freue mich sehr, dass wir die 2010 begonnene ‚Reihe’ nun spartenübergreifend in Kooperation mit dem Schauspiel Essen im Grillo fortsetzen können. Die kleinere Bühne ist ideal für die eher kammerspielartig angelegten Kreationen.“ Auf dem Programm stehen Stücke von Deniz Cakir, Jessica De Fanti-Teoli, Eva Dewache, Armen Hakobyan, Simon Schilgen, Oleksandre Shyryayev, Denis Untila und Michelle Yamamoto. Es tanzen die Solisten und das Corps de ballet des Aalto Ballett Theaters Essen.
Schaufensterlesen − Stadterkundung von Matthias Schamp
mit Schülern des Hugo-Kükelhaus-Kollegs
Junge Menschen − SchülerInnen des Hugo-Kükelhaus-Berufskollegs − tragen Megafone durch die Essener City und das Südviertel, treffen sich schließlich auf dem Willy Brandt Platz. Dabei lassen sie ihren Blick über Schilder, Schriftbänder, Schaufenster, Einkaufstüten und die Logos auf der Kleidung von Passanten schweifen und geben alles, was ihnen an geschrieben großen und kleinen Texten, Worten, Zahlen, Sprüchen, Ausrufen, Hinweisen, Verboten, Schriftfetzen vor das Auge kommt, in einer Art „automatischer Lesung“ wieder − ohne Deutung, Wertung, Betonung, Auswahl. Da jeder der Beteiligten meist in eine andere Richtung schaut als sein Nachbar, ergibt sich ein ineinander zerfließendes kakophonisches „Barbara-Rhabarber“, manchmal bei gleicher Blickrichtung auch ein Chor. Das wird uns einerseits die Buntgeschecktheit unserer Wahrnehmungen bewusst machen, andererseits (verstärkt durch die quäkenden Megafone) aber auch zeigen, welchem unablässigen Sprachgestammel und Textmüll wir ausgesetzt sind, sobald wir vor die Haustür treten − und erst recht, wenn wir uns in die Einkaufszone der Innenstadt begeben.Mathias Schamp ist als Aktions- und Performancekünstler international durch seine hintersinnigen Interventionen im öffentlichen Raum bekannt. Nonsens-Demos wie „Wir sind das Bild“ stellen den Kunstbetrieb und politische Rituale ebenso in Frage wie unsere Wahrnehmungsgewohnheiten. Dabei entstehen Projekte wie der „Mythos-Grill“, eine imaginäre Pommesbude in Zusammenarbeit mit dem Senatsausschuss für Kunst und Kultur der Westfälischen Wilhelms Universität, der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen sowie dem archäologischen Museum Münster.
Der Essener Kunstszene ist Schamp seit seinem Stipendium im „Kunstkäfig“ der Sutter-Gruppe und Aktionen im Kunsthaus vertraut. Er war „Artist in Residence“ in Essens Partnerstadt Sunderland (GB) und im Künstlerdorf Schöppingen. An der Bauhaus-Universität Weimar lehrte er im Fach „Kunst im öffentlichen Raum und Neue künstlerische Strategien“ und an der TU Berlin im Institut für Architektur/Fachgebiet Bildende Kunst.
Der in Essen beheimatete weltbekannte Flamencovirtuose Rafael Cortés trifft sich in der Erlöserkirche mit Kantor Stephan Peller zu einem sommerlichen Dialog von Kirchenorgel und akustischer Gitarre in dem von Hugo Kükelhaus gestalteten Kirchenraum an der Friedrichstraße. Orgeln, zumal in der tragbaren Form der Sackpfeifen /bagpipes, Dudelsäcke) und Lauten hatten im Mittelalter viele Berührungspunkte und eine gemeinsame Geschichte, die − heute überraschend − weniger im kirchlich-sakralen, sondern viel mehr weltlich im höfischen und sogar im musikantischen Bereich lag. Cortés und Peller spüren dieser Geschichte nach und schlagen Brücken zum Heute − bis hin zum Dialog von Gitarre und Bandoneon im Tango Nuevo von Astor Piazzola.
Folkwang Kammerorchester – Höfische Musik des Barock
Auch das exzellente junge Ensemble Folkwang Kammerorchester residiert und probt in der Erlöserkirche. Es besteht derzeit aus 16 Absolventen und Studierenden von NRW-Musikhochschulen, die dem Orchester bis zum Alter von 35 Jahren angehören können. Unmittelbar bevor es zu seiner 2011er Tournee durch Schlösser und Herrensitze Norddeutschlands aufbricht, lädt das Orchester unter Leitung von Achim Fiedler zu einer öffentlichen Generalprobe mit Werken von Haydn, Telemann und Purcell.Mädchenchor am Essener Dom und der Choralschola der Essener Domsingknaben
Unter Leitung von Prof. Raimund Wippermann, im Hauptberuf Rektor der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule für Musik, und dem Domkapellmeister Georg Sump sorgen drei Chöre am Essener Dom für guten Klang in Liturgie und Konzert: der Essener Domchor, die Essener Domsingknaben und der Mädchenchor am Essener Dom. Im Wechsel übernehmen sie die musikalische Gestaltung der Kapitelgottesdienste, bilden den Rahmen bei Andachten und Meditationen. Auf die älteste Tradition blicken die Singeknabe zurück. Gemeinsam mit den Stiftskanonikern übernahmen bereits im Mittelalter Sängerknaben den liturgischen Gesang in den Gottesdiensten der Stiftskirche. Die Knaben wurden in der Stiftsschule für ihren Dienst in der „Schola Cantorum“ ausgebildet. Schon der Essener „Liber Ordinarius“ aus dem 14. Jahrhundert beschreibt die liturgischen Feiern, an denen die Scholaren beteiligt waren.
Drums off Chaos
Das Trommler-Ensemble wurde bereits zu Anfang der 1980er Jahre in Köln von Jaki Liebezeit (Gründer und Schlagzeuger der legendären Experimental-Popgruppe CAN), Reiner Linke (Ex-„Dunkelziffer“), Maf Retter, Manos Tsangaris und Olek Gelba ins Leben gerufen. Drums Off Chaos bekennen sich strikt zur Tonträger-Abstinenz und halten dies nun seit beinahe 30 Jahren durch. Das Ziel bleibt gemeinsames, aus dem Moment heraus einmaliges Musizieren, ohne das Ergebnis als Album festzuhalten. Abstrakte Rhythmen und Spielweisen entwickeln sich auf eigens konstruierten Instrumenten im freien Agieren. Die Akteure konzentrieren sich auf das momentane Spiel, das »Instant Composing«.„Musik aus einer imaginären Kaschemme“ singen Verena Guido und Adrian Ils − vor allem eigene Lieder, aber auch eigene, teils deutsche Bearbeitungen von Songs der jiddischen, sephardischen und der Sinti-und-Roma-Tradition. Ebenso zu hören sind eigenwillige Interpretationen von Arbeiterliedern, von Schubert-Liedern und von Liedern internationaler Künstler – Leonard Cohen, Lhasa und Bob Dylan.
Als Multiinstrumentalisten bewegen sich alle Bandmitglieder musikalisch-stilistisch im weiten Feld der Weltmusik, des Jazz und des Chanson. Als erfahrene Theatermusiker mit Praxis am Schauspiel Köln, Düsseldorf und Bonn, am Kölner Bauturm-Theater u.a. sind ihre Sinne außerdem geschärft für Bühnenpräsenz und erzählerische Spannungsbögen, was ihrem Liedvortrag zusätzliche Dynamik verleiht. Auftritte 2010/11 waren u.a. bei der Mai-Kundgebung des DGB am Heumarkt, bei der WDR-Live-Hörspielinszenierung „Marlov und die Leiche“ im Sendesaal des WDR, bei der Verleihung des Kölner Theaterpreises im Mediapark, bei der Ausstellungseröffnung „Hoppla, wir leben noch - Karl Arnold“ im Käthe-Kollwitz-Museum.
Verena Guido - Gesang, Akkordeon, Geige, Gitarre; Adrian Ils - Gesang, Akkordeon, Gitarre, Mandoline; Martin Kübert - Piano, Bratsche; Bernd Keul - Bass.
„Frauen…erscheinen, verstecken, zeigen, erahnen“
Tanzinstallation von Annelise Soglio
Die TänzerInnen Annelise Soglio, Elvira Salomone, Fernanda Ortiz Losada, Elena Kofina und Francesco Pedone werden in fünf verschiedenen Räumen tanzen und agieren. In jedem Raum finden Einzelaktionen statt, akustisch wie visuell. Sie als Zuschauer dürfen sich dabei bewegen und entscheiden, was Sie sehen und hören möchten. Zustände, Gefühle, persönlicher Ausdruck werden herauskristallisiert und wie ein Puzzle zusammengefügt und wieder auseinander genommen. Dabei spielt Musik eine wesentliche Rolle. Sind wir Zuschauer oder Voyeur? Die Grenzen zwischen privater und öffentlicher Sphäre vermischen sich.
Ein Stück über Frauen, ihre intime versteckte Welt…ihre Verbindung mit der Gesellschaft…was sie absichtlich erahnen lassen…was sie zeigen wollen…was sie zeigen müssen…was sie verstecken müssen und was man kaum erahnen kann.
Annelise Soglio – Konzept, Tanz, Choreographie
Elvira Salomone, Elena Kofina, Francesco Pedone – Tanz, Choreographie
Fernanda Ortiz Losada – KUNSTAKT/ON 9, Konzept und Performance
Mattthias Hettmer – Klangdesign
Großstadtrauschen – Texte aus dem Stadtraum
Schauspieler Michael Schütz ist aufmerksamer Wanderer durch die NRW-Theaterlandschaft, bekannt aus den Schauspielhäusern in Düsseldorf, Essen und aktuell Bochum. Auf dem Kopstadtplatz spürt er lesend dem Großstadtrauschen nach und macht Texte und Fragmente aus dem Stadtraum hörbar. Schütz besuchte die Otto-Falckenberg-Schule für Schauspiel in München. Engagements führten ihn an das Staatstheater Stuttgart, das Grillo Theater Essen, sowie das Schauspiel Leipzig. Neben seiner Theaterarbeit wirkte Michael Schütz im Film „Das weiße Rauschen“ sowie in vielen Fernseh-Produktionen mit. 2006 bis 2010 gehörte Michael Schütz zum Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses. Seit der Spielzeit 2010/2011 ist er in der Truppe von Anselm Weber festes Ensemblemitglied am Schauspielhaus Bochum.
Nase abschneiden – Mauermann und Kammer in der Heldenbar
Mit „Nase Abschneiden!“ kündigen Karl-Heinz Mauermann und Bassist Christoph Kammer einen „Film voller Grausamkeit, Morbidität und Erotik“ an. Karl-Heinz Mauermann zeigt ein Video. Die Aufführung wird live musikalisch untermalt von dem Bassisten Christoph Kammer und kommentiert vom Autor selbst. Eine filmische Performance. Mauermann entwirft Ordnungssysteme für eine chaotische Welt und bedient sich dabei der Bildenden Kunst und ihrer Grenzbereiche zur Literatur und zur Musik. Die von ihm benutzten Medien reichen von der Zeichnung über Collage, Computergrafik, Rauminstallation bis zum Video und Performance. Diese stellt er sowohl in wissenschaftlichen Zusammenhängen, aber auch verfremdet in pseudo-rationalen Erklärungssystemen vor. 1987 erhielt er den Sonderpreis des Max-Ernst-Stipendiums , 2006 zusammen mit Frank Niehusmann den Preis „PHONURGIA NOVA“ für die Arbeit ›MASCHINEN - ein Hörspiel‹, das in diesem Zusammenhang im IRCAM/Centre Pompidou präsentiert wurde. Christoph Kammer studierte Kontrabass an der Folkwang Hochschule Essen, lebt und arbeitet im Kunsthaus Essen und veranstaltet dort seit Januar 2010 unter dem Titel „Montag Tontag“ (2010: evening sonx) eine Show mit performativem Ansatz, bei der er neben vielen Gästen auch immer mal wieder selbst auf der Bühne erscheint.
„Moments“ akustisch-elektronischer Chill-out in der Heldenbar
mit Markus Stollenwerk
Der Komponist Stollenwerk führt zum Abschluss der Klangpromenade Elemente seiner beiden Arbeitsfelder zusammen: Er studierte an der Folkwang Hochschule Komposition bei Prof. Hufschmidt und elektronische Komposition am ICEM (Institut für Computermusik und elektronische Medien): „Ich habe immer schon den Kontakt zu anderen Genres und vor allem zu Projekten aus dem sogenannten Cross-Over-Bereich gesucht und glücklicherweise auch gefunden.“ Das kann als Dirigent Metal (kombiniert mit großem Orchester) ebenso sein wie ein „Nachdenken mit den Fingern“, Balladeskes wie die Klangtapete einer Ambient-Lounge. Man darf gespannt sein, welchen Cocktail Stollenwerk aus der Fülle der Klänge am Ende der Klangpromenade destilliert, bevor er die Maschinen sich selbst überlässt.
Donnerstag, 14. April 2011
Rafael Cortés und Stephan Peller - Flamenco-Gitarre trifft Kirchenorgel
Abendlicher Dialog von Rafael Cortés und Stephan Peller
Eine Premiere: Zur ersten Probe für ihren gemeinamen Auftritt im Rahmen des Kulturpfadfests (17.Juni 2011) trafen sich der in Essen beheimatete weltbekannte Flamenco-Gitarrenvirtuose Rafael Cortés mit Organist Stephan Peller. Gemeinsame Idee ist ein sommerlicher Dialog in dem von Hugo Kükelhaus gestalteten Kirchenraum der Erlöserkirche. Ein Raum mit ausgezeichneter Akustik, der auch vom Essener Bachchor und dem Folkwang-Kammerorchester als Residenzsaal genutzt wird.
Wenig bekannt ist der Ursprung der aus heutiger Sicht ungewohnten Kombination. Orgel und Laute hatten im Mittelalter eine gemeinsame Geschichte, die aus heutigem Blick heute überraschend, nicht im sakralen, sondern ganz weltlich im höfischen und sogar im vergnüglich-musikantischen Bereich lag. Cortés und Peller spüren dieser Geschichte nach, entdecken Verwandtes und schlagen Brücken zum Heute − bis hin zum Dialog von Gitarre und Bandoneon im Tango Nuevo von Astor Piazzola.
Sonntag, 10. April 2011
"Critical Mess" im Schauspiel Essen
Mühen und Abenteuer des eigenen Stils
"Freie Szene trifft auf Stadttheater, Subkultur auf Hochkultur, Breakdancer auf (Ensemble-)Schauspieler, No-Wave-Band auf Opernsänger. Ganz nach dem Motto: 'Perform deine Persönlichkeit!' Selbst Bühnenprofis sind hier Experten des Alltags, des Künstleralltags: Grillo-Schauspielerin Laura Kiehne sinniert über Verweigerungsstrategien ihrer Vergangenheit (Lagerfeuer im Park, Demo am 1. Mai) und kommt endlich zu dem enttäuschend-sinnlosen Schluss, dass sie fest an mehlige Kartoffeln glaubt. Weiter reiche ihr direkter Wirkungsbereich nicht, alles andere "ist total wurscht". Oder Nora Ronge. Fünf Jahre war sie als Tänzerin in einem Ensemble engagiert. Das bedeutete Sicherheit, Stabilität und einen Vater, der sich keine Sorgen machen musste. "Alles lief glatt, glatt, glatt." Dann hatte sie die Routine satt, den immer gleichen Rhythmus. Und jetzt? Genießt sie das Abenteuer. An die Steuererklärung möchte sie noch nicht denken.
Zwischen Gruppenchoreografie und Ausbrechen
Soweit der Text. Aber der zweistündige Abend kann zum Glück mehr. Über Protest und Grenzgängerdasein wird nicht bloß gesprochen, Rebellion wird auch getanzt, und zwar als existenzielle Notwendigkeit. Als verzweifelter Befreiungsakt wie bei Katrin Banse, die sich nicht nur in einem Leben aus Zeitströmungen, sondern auch in ihrem Kapuzenpulli verhakt. Als Verweigerungshandlung zwischen Gruppenchoreografie und individuellem Ausbrechen. Oder als verkrampftes Zerbrechen an vermeintlich stabilen Verhältnissen wie bei Ulrike Reinbott, die ihre zuckenden Glieder genauso wenig kontrollieren kann wie ihre Worte, die sie nur noch als unverständliche Laute aus sich herauspresst.
Und dann gibt es noch diese wunderbaren Vermischungen von Sparten und Szenekulturen. Wenn Opernsänger Pablo Botinelli aus Schuberts "Winterreise" zu Stefan Kirchhoffs Beatboxing singt. Oder Breakdancer Patrick "Two face" Seebacher geschmeidige Körperwellen zur klassischen Klaviermusik schlägt. Das berührt, weil Unbekanntes kombiniert wird, was erstaunlich gut zusammenpasst. Überhaupt entwickelt das Team aus Tänzern, Schauspielern und Musikern eine beeindruckende Ensembleenergie. Jeder macht alles und meistens auch noch richtig gut.
Im Stadttheater angekommen
Der Abend ist dennoch überfrachtet mit Zitaten, vom Hippie-Hair-Musical über Fußballfan-Parolen bis zu den Schock-Rockern Kiss. Die erklären, was der Begriff Subkultur alles umfassen kann. Aber originärer Protest findet auf der Bühne nicht statt. Das ist die Kehrseite der gelungenen Harmonie. Nichts hat den Hauch von Illegalität in diesem subventionierten Raum der Bürgerlichkeit. Keine Spur von Respektlosigkeit, die heute noch provozieren könnte. Der kulturelle Mainstream okkupiert jeden individuellen Stil, das ist die bittere Erkenntnis dieses mal komischen, mal tragikomischen Abends. Youngung "Jeakwon" Sebastian Kim wird doch noch den Headspin zeigen. Und die wilden Mustangs am Ende fast alle matt am Boden liegen. Die Subkultur ist im Stadttheater und auf der Drehbühne angekommen. So richtig wohl ist einem dabei irgendwie nicht."
Headspin Critical Mess (UA)
Regie: Samir Akika, Anna K. Becker und Sebastian Zarzutzki
Bühne: Gabor Doleviczenyi, Carolin Hanf, Robert Kaltenhäuser, aaron.st
Kostüme: Carolin Hanf, aaron.st, Videografie: Gabor Doleviczenyi, Robert Kaltenhäuser, aaron.st, Dramaturgie: Judith Heese.
Mit: Katrin Banse, Pablo Bottinelli, Joscha Hendricksen, Laura Kiehne, Youngung "Jeakwon" Sebastian Kim, Stefan Kirchhoff, Jannik Nowak, Ulrike Reinbott, Nora Ronge, Patrick "Two face" Seebacher, Sebastian Tessenow, Rosh Zeeba.
www.schauspiel-essen.de
www.unusualsymptoms.com
Donnerstag, 24. März 2011
Critical Mess
Brückenschlag zwischen Graffiti, Kunst und Schauspiel in Essen
Eine besuchenswerte Ausstellung mit Brückenschlag hinaus in den öffentlichen Raum und hinein ins Stadttheater ist vom 20. März bis 10. April 2011 im Essener Forum Kunst und Architektur zu sehen und begleitet zugleich ein Tanztheaterstück gleichen Namens im Schauspiel Essen, das dort ab dem 25. März bis Juni 2011 auf dem Programm steht .
Sprung über den Schatten - mein Eindruck


... aus dem Katalog Critical Mess 2011
Eine besuchenswerte Ausstellung mit Brückenschlag hinaus in den öffentlichen Raum und hinein ins Stadttheater ist vom 20. März bis 10. April 2011 im Essener Forum Kunst und Architektur zu sehen und begleitet zugleich ein Tanztheaterstück gleichen Namens im Schauspiel Essen, das dort ab dem 25. März bis Juni 2011 auf dem Programm steht .
Unter dem Nenner “Experten Abweichenden Verhaltens” führt Critical Mess acht Akteure der Graffiti-Szene Nordrhein-Westfalens mit fünf europäischen VideokünstlerInnen zusammen. Die Ausstellung wurde kuratiert von Gabor Doleviczenyi, Lene ter Haar und Robert Kaltenhäuser.
Sprung über den Schatten - mein Eindruck
Sonnig genug war es an jenem Sonntag, dem 20. März 2011 um 12 Uhr, damit ein Essener OB und Sozialdemokrat mal über seinen Schatten springen konnte und ein Schauspiel-Intendant gleich mit. Dem Theatermann Christian Thombeil wird es leichter gefallen sein, als dem OB. Schließlich sieht sich Thombeil schon von Berufs wegen als Beschaffer neuer (Publikums-)Mehrheiten aus der Generation Graffiti ins Schauspielhaus.
Für Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß war der Hupfer ungleich größer. Es galt immerhin, Künstler, die sich im öffentlichen Raum besser nicht bei der Arbeit erwischen lassen sollten, in einem zwar nicht-städtischen, aber reputierten Kunst-Forum zu begrüßen. Er löste das Dilemma mit der Aufforderung dazu, nicht zu vergeuden, was in der Generation bzw. in der Szene für Potential schlummert und lud zum Dialog der Kreativen über die Stationen Forum und Schauspiel. In der Tat kommt Graffiti-Kunst made in NRW damit für Essen erstmals aus der Schmuddel- oder aber der Jugendheimecke heraus.
Vortrag - Diskussion - Party - Performance
Critical Mess zeigt teils radikale, teils romantische, aber auch konzeptuellen Herangehensweisen von Graffiti-Künstlern. Sie stehen in direktem Vergleich mit Ansätzen, die in anderen Medien und Räumen arbeiten: Eine Gegenüberstellung von Schmiererei, Vergänglichkeit, Destruktion, persönlicher Risikobereitschaft und künstlerischem Aktivismus im Innen- und Aussenraum.
Das Projekt thematisiert damit auch die Re/Präsentation von Sub/Kultur im “etablierten” Ausstellungsraum und Stadttheater. Entsprechend gespannt darf man auf die Vortragsrunde am 1. April und eine Diskussion am 4. April im Grillo Theater zur Beziehung von Graffiti und Kunst.
Zum Abschluss dieser ersten Zusammenarbeit von Forum Kunst & Architektur und dem Schauspiel Essen findet am 10. April um 12 Uhr eine Finissage mit Tanzperformance im Forum statt.
Zum Abschluss dieser ersten Zusammenarbeit von Forum Kunst & Architektur und dem Schauspiel Essen findet am 10. April um 12 Uhr eine Finissage mit Tanzperformance im Forum statt.
Künstler:
Antoine Berghs (Maastricht, NL), Wolfgang Bittner (Den Haag, NL / AT), DOS Crew (Ruhrgebiet / NL), Eachone & Anyone (Essen, D), Gigo Propaganda (Essen, D), Cristina Lucas (Madrid, ES), Mozes & Taps (International), Nils Müller (Bochum / Köln, D), Nektar Carla (Essen / Hamburg, D), Paulien Oltheten (Amsterdam, NL), Andrew Sroka (New York, USA), Victor Szabo (Essen, D), (Unknown Artist) (Unbekannt)
.
... aus dem Katalog Critical Mess 2011 Forum Kunst / Architektur
Kopstadtplatz 12 D - 45127 Essen
+49 (0)201 / 61619885
Di – Fr 12-19h / Sa, So 12-17h
Montag, 15. Februar 2010
"Ich kann, weil ich will, was ich muss!"

"Ich kann, weil ich will, was ich muss!" - Der Kant'sche Kernsatz des Pflicht-Bewusstseins ist im Zusammenhang mit "Realpolitik", militärischen Hierarchien und Waffendiensten häufig missverständlich gebraucht (also missbraucht) worden.
Andreas Kaufmann wählte dieses Zitat für seinen Beitrag für das Ruhr-Atoll-Projekt der Kulturhauptstadt RUHR.2010: Ein begehbares U-Boot, das im Sommer auf dem Essener Baldeneysee schwimmen wird. Das Bild einer Waffe, das sich beim Betreten in einen sakralen Raum, eine Kapelle verwandelt.
8 mm starke Stahlplatten werden in der Meidericher Schiffswerft in Duisburg zu einem 18 m langen Schiffskörper zusammengeschweißt. Der Initiator und Kurator des Atoll-Projekts, Norbert Bauer, besuchte im Februar 2010 die Arbeiter auf der winterlich verschneiten Werft. In der Schiffbau-Halle 3 roch es nach Öl und Ozon, gab es Bilder der Sorte "Ruhrgebiet pur!" und Tee aus der Thermoskanne...
Ein glücklicher Künstler/Kurator verließ nach zwei Stunden die Werft.
Und ich musste ein bisschen über "Heimat in schwarz-weiß" nachdenken. Wie datt ehm so iss hier.
Immer noch. So hier und da...
Ich finds's in Ordnung so.
Nicht nur, weil ich will, was ich muss.
Oder watt?















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